Stellungnahme zum Artikel der WELT

Wie am 10. März auf unserer FB-Seite bereits genannt, hat die WELT einen Artikel mit dem Titel »Wo Ehemänner sich heimlich Brüste kaufen« herausgebracht. Ebenso ist der Artikel bei NTV erschienen. Dabei geht es um das Geschäft mit hohen Schuhen, Langhaarperücken und Spitzenwäsche für Männer, bei dem auch wir von Amatus Secret als Hersteller erwähnt worden sind. Da wir allerdings den Eindruck hatten, dass einige Punkte missverstanden oder falsch rübergebracht worden sind, möchten wir an dieser Stelle unsere eigene Sicht der Dinge preisgeben.

Heimlich und peinlich?

Großer Aufhänger des Artikels war, dass die meisten Männer, die bei uns bei bestellen oder ebensolche Läden betreten, sich unglaublich für ihre Vorliebe schämen würden, weswegen alles absolut anonym und diskret ablaufen sollte. Fakt ist: Solche Fälle gibt es und überhaupt ist uns Diskretion gegenüber unserer Kunden sehr wichtig. Doch wird ein falsches Licht auf viele Transgender, Transvestiten und Crossdresser geworfen, wenn man behauptet, dass ihnen ihr Faible peinlich wäre. Daher möchten wir an dieser Stelle differenzieren, denn es gibt nicht den einen, klassischen Kunden.

Alles eine Typfrage

Es gibt Transsexuelle und DWT’s die ihre Vorlieben heimlich ausleben wollen. Und das ist ihr gutes Recht, wobei wir sie als Hersteller und Lieferanten unterstützen. Darüber hinaus gibt es aber auch den Mann, der gerne Frauenwäsche drunter trägt oder seine Vorliebe für feminine Kleidung zeigen und ausleben möchte. Ob Manager, Familienvater oder auch Student: Menschen sind so unterschiedlich wie die Vielfalt, die wir auf dieser Welt haben. Keiner gleicht dem anderen und jeder geht unterschiedlich mit seiner Neigung um.

Wer kauft bei uns ein?

Auch darauf gibt es nicht eine universale Antwort. Unsere Kunden sind so individuell wie das Leben selbst und jeder ist eingeladen, bei uns einzukaufen, der den Wunsch danach verspürt. Da gibt es beispielsweise den Mann, der es liebt, ein Mann zu sein und Frauenwäsche schlicht gemütlicher findet oder lieber einen Frauentanga statt einer Männershorts trägt. Es gibt aber auch den Mann, der einen ausgewachsenen Faible für Frauenkleider hat, beispielsweise für sein Leben gern Röcke und Stiefel trägt; auch aus Bequemlichkeit oder weil er es schlicht liebt. Es gibt aber auch den Crossdresser, der seinen Alltag gerne in Frauenkleider verbringt und mit einer Perücke und gut geschminkt ein Spiel mit seinem Geschlecht auslebt. Wiederum anders geht ein Transvestit mit seiner Neigung um: er überspitzt die weibliche Rolle sehr gern und trägt noch etwas dicker auf, als man es im Alltag auf der Straße sehen würde. Er macht Kunst. Aber auch Transgender, die sich als Frau fühlen und in einem Männerkörper geboren wurden, gehörten zu unserem Kundenstamm. Hier ist es uns sehr wichtig, dass die Beratung bezüglich beispielsweise Brustprothesen perfekt ist, da dieser Mensch täglich als Frau leben möchte. Aber auch die Frau, die nach ihrer OP wegen Brustkrebs eine Brust verloren hat, kommt zu uns und lässt sich bezüglich möglicher Brustprothesen beraten. Ob nun eine OP zu teuer ist oder eine weitere OP nach einem gesundheitlichen Eingriff nicht erwünscht ist: Wir haben stets ein Ohr für unsere Kunden und Kundinnen offen.

Wie man sehen kann, sind unsere Kunden sehr individuell und gehen genau so individuell mit ihrer Vorliebe um. Eine allgemeine Heimlichkeit in dieser Branche, wie der WELT-Artikel es uns weismachen möchte, gibt es in Wirklichkeit nicht.

Vorliebe, Neigung, Fetisch – geht es nur um Sex?

Obwohl oftmals die oben genannten Wörter fallen, handelt es sich nicht immer um sexuelle Wünsche, wenn ein Mann sich für Frauenwäsche interessiert und diese selbst tragen möchte. Manchmal ist es die pure Gemütlichkeit, das Wohlbefinden auf der Haut, ein anderes mal ist es eine sexuelle Neigung und wieder ein anderes mal ein wichtiges Bedürfnis, das einem das Gefühl wiedergibt, zu dieser Welt dazuzugehören.

Wir sind mehr als ein bloßer Lieferant oder Hersteller von Produkten. In erster Linie sind wir Mensch und haben in den langen Jahren unseres Business allerhand Männer und Frauen kennengelernt, denen wir wieder Mut machen konnten, ihr Leben so zu leben, wie sie es möchten.

Natürlich ist es ein Geschäft, aber kein anonymes Geschäft voller Heimlichkeiten. Es ist vielmehr ein Service, wenn wir alle Bestellungen mit der nötigen Diskretion behandeln und keinesfalls ein Zustand des sich verstecken müssen. Denn die Zeiten sind zum Glück vorbei, in denen hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde, dass XY nicht so aussieht wie die anderen oder sich femininer verhält.

Kein Tabuthema mehr

Transsexuelle, Damenwäscheträger, Crossdresser und Transvestiten sind in unserer Gesellschaft angekommen, endlich! Zumindest in Großstädten wie Köln oder Berlin fällt man kaum noch auf, wenn man in Frauenkleidung durch die Gegend läuft. Freunde haben Verständnis für einen und noch mehr: Sie bewundern den Mut für den harten Weg, den man gegangen ist und noch gehen wird. Nichtsdestotrotz wird Diskretion bei uns und allgemein in unserer Branche groß geschrieben. Vergleichbar mit namenhaften Sextoyhersteller, die auch nicht in Leuchtschrift SEXTOYS auf ihre Pakete schreiben. Das ist Diskretion aber auch eine Form des Respekts, da es unsere Nachbarn nichts angeht, was wir in unserem Privatleben treiben. Doch spräche man in diesem Beispiel auch nicht von einer anonymen Branche, die sich verstecken muss.

Wir, und ich denke, anderen Herstellern wird es ähnlich gehen, möchten nicht von Heimlichkeit und Geheimniskrämerei gegenüber unseren Kunden und Händlern sprechen. Sensibilität, Seriosität, Diskretion und Service – das sind unsere Werte.

Vielen Dank, dass ihr euch mit unserer Seite der Geschichte beschäftigt habt! Wir würden uns freuen, wenn ihr uns Feedback in Form eines Kommentars geben würdet.

Seht euch um auf unseren Seiten transwonder.de und amatus-secret.de, eure Meinung ist uns sehr wichtig.
Auch für Anregungen und Vorschläge sind wir stets offen.

Euer Amatus Secret Team